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An den Börsen brachen Montag und Dienstag die Aktienkurse deutlich ein; aus Furcht vor einem zweiten Rezessionsschub haben weltweit Anleger Anlagen verkauft. Nun versucht IWF-Chef Strauss-Kahn, die Wogen zu glätten: „Es wird keine erneute Rezession geben“. Doch nicht alle Finanzexperten sind so zuversichtlich.
Auf den Aktienmärkten geht es derzeit turbulent zu: Der Deutsche Aktienindex fiel gestern um 3,3 Prozentpunkte unter die 6000-Punktemarke; der europäische Leitindex Euro-Stoxx-50 verlor 3,9 Prozent. Ebenso verlor der Euro knapp einen Cent an Wert und lag schließlich bei 1,22 Dollar.
Die Aktienhändler fürchten einen Rückfall in die Rezession. Um ihnen die Wachstumsängste zu nehmen, hat sich nun der Direktor vom Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, an die Öffentlichkeit gewandt. „Es wird keinen neuen Einbruch der Konjunktur geben“, versicherte er gestern während eines Forums in Washington. Der IWF prognostiziert für dieses Jahr ein weltweites Wirtschaftswachstum um 4,2 Prozent.
Auslöser für die derzeitigen Kurseinbrüche an den Börsen waren ein überraschender Rückgang des Konsumklimas in den Vereinigten Staaten und schwache Konjunkturdaten aus Japan und China. In Shanghai brach der Aktienindex um 4,3 Prozent ein und befand sich damit auf dem tiefsten Stand seit 14 Jahren. Der S&P 500 Index an der Wall Street verlor 2,5 Prozent an Wert. Die Finanzmärkte fürchten zudem die Pleite eines EU-Mitglieds. Insbesondere die spanischen Banken sind auf die Hilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) angewiesen, um an Kredite heranzukommen. Derweil muss die EZB Donnerstag 422 Milliarden Euro zurückzahlen.
Sorgen bereiten den Anlegern auch die Sparmaßnahmen der britischen Regierung. Der „Guardian“ berichtete, das Sparpaket könnte in den nächsten fünf Jahren 1,3 Millionen Arbeitsplätze kosten. Dabei berief sich die Zeitung auf inoffizielle Schätzungen des Finanzministeriums. Die Regierung plant, die Staatsausgaben massiv zu kürzen und die Steuern zu erhöhen, um in den kommenden fünf Jahren das Staatsdefizit auszugleichen. Laut „Guardian“ haben diese Maßnahmen erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: 700 000 Jobs könnten in der Privatwirtschaft verloren gehen und 600 000 Stellen im öffentlichen Dienst wegfallen. Die Regierung rechne allerdings mit einer steigenden Beschäftigung, da die Wirtschaft derzeitig wachse.
In Deutschland scheint sich derzeit dagegen der Arbeitsmarkt zu entspannen. Im Juni waren etwa 3,13 Millionen Bürger arbeitslos gemeldet, berechneten Experten. Das seien etwa 110 000 weniger als vorangegangenen Monat und etwa 280 000 weniger als im Vorjahr. |