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Der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen soll die insolvente Wahrenhauskette Karstadt übernehmen. Damit dürfen die knapp 25.000 Angestellte des Konzerns wieder auf bessere Zeiten hoffen. Die Entscheidung kam vom Vermieterkonsortium Highstreet, die damit einem neuen Vertrag mit Berggruen zustimmte. Forderungen des Investors bezüglich Mietkürzungen wurde stattgegeben.
Beide Gläubigergruppen des Vermieterkonsortiums Highstreet haben dem neu ausgehandelten Vertrag zwischen den Vermietern und Berggruen hundertprozentig zugestimmt. Ein Gewinn konnte damit auch in den schwierigen Verhandlungen mit der Mezzanine-Gruppe erzielt werden. Schon am Vormittag trifft das Gericht in Essen eine Entscheidung bezüglich des Insolvenzplanes der Wahrenhauskette. Der Termin wurde mehrmals verschoben, weil man sich auf keine gemeinsamen Mietpreise einigen konnte. Die Anpassung des Sannierungstarifvertrags an die Unternehmensstruktur war auch eine der Bedingungen des Vertrags, diese wurde aber schon früher erfüllt. Grundlage des Insolvezplanes ist der Kaufvertrag mit Berggruen.
Der Grund warum der Insolvenzplan nicht früher umgesetzt werden konnte ist die Mezzanine-Gruppe, in der viele große Banken beteiligt sind. Dies ist eine Gruppe von Gläubigern, die mit Eigen- und Fremdkapital in den Immobilien beteiligt sind. Das Problem war zu entscheiden welche Sicherheiten und Lastenverteilung ihnen im Falle einer neuen Insolvenz zustanden. Die Deutsche Bank und Goldman Sachs haben sich schon für eine Übernahme von Berggruen entschieden, letztens soll die Entscheidung bei der britischen RBS gelegen haben.
Vor einem Jahr hat das Bangen um das Mutter-Unternehmen Arcandor und den beiden Töchtergesellschaften Quelle und Karstadt begonnen. Es stand schon damals fest, dass es keine Rettung für Quelle und Arcandor gibt, aber Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg versuchte wenigstens die Kaufhauskette Karstadt zu retten, undzwar durch einen Käufer. Schon im November letzten Jahres stimmten die Gläubiger diesem Plan zu, aber die Suche nach einem geeigneten Investor schien sich schwierig zu gestallten. Wegen Unstimmigkeiten mussten mehrere Gerichtstermine verschoben werden.
Nach einem bitteren Rennen gewann der Investor Berggruen, doch beim Kaufvertrag stellte er Mietsenkungen als eine der Bedingungen. Der Immobilienfonds Highstreet erwies sich als harter Verhandlungspartner, ausserdem mussten dessen Gläubiger, die s.g. Mezzanine-Gruppe auch zufrieden gestellt werden. Highstreet hatte sich zuvor von dieser Gruppe für den Kauf der Karstadt-Immobilien beliehen.
Auch der Unternehmer Maurizio Borletti war an dem Kauf der Karstadt-Kette interesiert, doch hat sich der Mailänder Kaufhaus-Unternehmer zu spät zu Wort gemeldet, da zu diesem Zeitpunkt die Berücksichtigung seiner Offerte nicht mehr möglich war. |