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Der Privatinvestor Nicolas Berggruen hat gestern den Kaufvertrag für die insolvente Kaufhauskette Karstadt unterzeichnet. Doch damit ist das Unternehmen noch nicht gerettet – der Vertrag ist an viele Bedingungen geknüpft.
Das Vermieter-Konsortium Highstreet weigert sich derzeit noch, den Verkauf zu den Mietkonditionen mitzutragen; dem Konsortium gehören einen Großteil der insgesamt 120 Filialen. Ein Highstreet-Sprecher betonte am Dienstag, es gebe noch keine Einigung zwischen dem Konsortium und Berggruen. Der Kaufvertrag wird allerdings nur rechtskräftig, wenn beide Parteien sich einigen.
Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg zeigte sich zuversichtlich. Er sagte, nachdem sich alle Parteien in den vergangenen Monaten intensiv ausgetauscht hätten, sollten Einigungen „darstellbar“ sein. „Alle Gläubigergruppen müssen sich ihrer sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung für 25 000 Mitarbeiter bewusst sein“, sagte er.
Noch könnte die Karstadt-Rettung am Streit um die Mieten scheitern - auch wenn Experten dies für unwahrscheinlich halten. Die Highstreet-Gruppe, die die Investbank Goldman Sachs anführt, hatte ein eigenes Kaufangebot für Karstadt vorgelegt.
Es sah innerhalb der nächsten fünf Jahre Mietsenkungen von 230 Millionen Euro vor. Im bestehenden Insolvenzplan hatte die Gruppe bereits 160 Millionen Euro zugesagt.
„Die Wahrscheinlichkeit einer Liquidation von Karstadt steigt erheblich, wenn das für alle Bieter geltende Angebot zu Mietsenkungen nicht angenommen wird“, sagte der Sprecher von Highstreet. Investor Berggruen hatte stärkere Mietnachlässe verlangt, so hieß es am Montag vor der Sitzung vom Gläubigerausschuss. Das Vermieter-Konsortium zeigt sich allerdings nicht dazu bereit. Zudem zweifelt die Highstreet-Gruppe daran, ob Berggruens Sanierungskonzept tragfähig ist. Sie fordert, der künftige Eigentümer müsse auch die Mitarbeiter an den Sanierungskosten beteiligen. Das Konsortium hatte in seinem Übernahmeangebot für die Mitarbeiter längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich verlangt.
Nicolas Berggruen hat hingegen angekündigt, er wolle die 25 000 Arbeitsplätze und 120 Filialen erhalten. Außerdem hatte er den Arbeitnehmervertretern zugesagt, den Sanierungstarifvertrag nicht anzutasten. Welche Investitionen und Veränderungen Berggruen plant, ist noch unbekannt.
Mit dem Zuschlag für Berggruen ist der Plan vom Metrokonzern geplatzt, etwa 50 Karstadt-Standorte und 27-Sporthäuser zu übernehmen. Eine Zusammenarbeit zwischen dem Privatinvestor und Metro gilt bei Branchenkenner als unwahrscheinlich. Dagegen wäre eine Zusammenführung beider Warenhausketten denkbar gewesen, wenn Highstreet den Zuschlag bekommen hätte. |