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| Die Hamburger Sparkasse hat sich als erste Bank dazu entscheiden 1000 Lehmann-Anleger freiwillig zu entschädigen. |
Es tut sich was: erste Lehman-Anleger werden entschädigt
1000 Bankkunden der Hamburger Sparkasse (Haspa) können aufatmen, denn sie bekommen ihre Verluste, die sie durch die Pleite der amerikanischen Bank Lehman Brothers erlitten haben, ersetzt. Bei anderen Kreditinstituten tut sich diesbezüglich noch nichts und erste Proteste setzen ein.
Die Zahlungen der Bank erfolgen freiwillig aus Kulanz. Ausgewählt wurden 750 Kunden, die gesundheitlich oder finanziell in einer schwierigen Situation sind. Bei 250 der 1000 Kunden gibt die Bank Beratungsfehler zu. Interne Prüfungen der Bank hätten ergeben, dass die Haspa deutlicher auf das Risiko eines Totalverlustes hätte hinweisen müssen. Die Zahlungen erfolgten je nach Fall zu 10 oder 100 Prozent. Insgesamt hat die Haspa 9,5 Millionen Euro an die Kunden überwiesen.
Für die restlichen 2700 Haspa-Kunden hat die Hamburger Sparkasse keine Rückzahlungen vorgesehen. Die subjektiv wirkende Auswahl nach der Bedürftigkeit der Kunden wird von Verbraucherschützern kritisiert. „Wenn die Haspa das als Grund für eine verfehlte Beratung ansieht, dann hätte sie alle Anleger entschädigen müssen“, teilte Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg mit. Dennoch wird anerkannt, dass die Hamburger Sparkasse als einziges Institut Entschädigungszahlungen auf Grund von wertlosen Lehmann-Zertifikaten an die Kunden durchgeführt hat.
Bei anderen Banken, wie der Frankfurter Sparkasse oder der Dresdner Bank, laufen die Untersuchungen der einzelnen Fälle noch. Ob überhaupt gezahlt wird ist derzeit ebenfalls noch völlig unklar. Bei der Citibank will man sich individuelle Lösungen überlegen. Die Bank sei auch bereit Kunden, die sich in einer finanziellen Sondersituation befinden würden, auf dem Kulanzweg entgegenzukommen. Wirklich sicher ist hier allerdings auch noch nichts.
Viele Anleger wollen nicht auf ihr Geld verzichten und erste Klagen erreichen die Banken. Deutschlandweit sind rund 40.000 Anleger betroffen. Der finanzielle Schaden, der den Bankkunden durch die Lehman-Pleite entstanden ist, liegt pro Kunde im Durchschnitt bei 17.300 Euro. Viel Geld um das es zu kämpfen gilt. Das dachten sich auch viele Anleger, die sich am Donnerstag in Hamburg zu Demonstrationen vor mehreren Bankfilialen zusammengefunden hatten. Mit Transparenten und Trillerpfeifen wurde vor den Filialen der Citibank, Hamburger Sparkasse und der Dresdner Bank protestiert. Weitere Demonstrationen sollen folgen. |