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Das Ende der schwersten Rezession in der deutschen Nachkriegszeit ist in Sicht – zumindest laut OECD-Bericht. Er prognostiziert der deutschen Wirtschaft ein überraschend starkes Wachstum. Grund dafür sei insbesondere der steigende Export und die Belebung in der Bauwirtschaft. Allerdings seien Strukturreformen notwendig, um den Aufschwung langfristig zu sichern.
„Wir haben das Tal eindeutig hinter uns“, verkündete Konjunkturexperte Eckart Wurzel am Mittwoch. Die OECD habe eine deutliche Verbesserung in der weltwirtschaftlichen Situation erkennen können. Die Wirtschaften der reichen Länder erholten sich rascher von der weltweiten Krise als erwartet – insbesondere in Deutschland. Jedoch appelliert die Organisation die Mitgliedstaaten zu einer besseren internationalen Zusammenarbeit.
Der 200-seitige OECD-Bericht erwartet für Deutschland in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von etwa 1,9 Prozent und 2,1 Prozent im nächsten Jahr. Das ist deutlich mehr, als die Bundesregierung derzeit erwartet. Allerdings warnen die Experten vor den Risiken der Staatsschulden. Noch sei die Gefahr einer sich ausbreitenden Finanzkrise nicht gebannt: Die EU-Staaten könnten sich durch hohe Staatsschulden gegenseitig ansteckten, warnte Wurzel.
Die Bundesregierung müsse dringend seinen Haushalt konsolidieren und Strukturreformen in die Wege leiten, um ein nachhaltigeres Wachstum zu sichern. Die Experten von der OECD empfehlen außerdem, keine Steuern zu senken, Bildungsausgaben zu erhöhen und Bürokratie abzubauen. Zukünftig müsse Deutschland vor allem die Gründung von Unternehmen einfacher machen. Denn die gute Konjunktur führt die Organisation auf kurzfristige Faktoren zurück: Durch den strengen Winter floriere derzeit die Bauwirtschaft, erklärt OECD-Experte Felix Hüfner. Wenn der Nachholboom vorbei sei, ließe die Konjunktur wieder deutlich nach.
„Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat die Krise besser überstanden, als bislang gedacht“, so Hüfner. Im Vergleich mit anderen Industrieländern seien die Arbeitsplätze in Deutschland weitestgehend sicher. Der Grund: Die krisenbetroffenen Branchen konnten mit Kurzarbeit viele Jobs retten. Allerdings habe die Kurzarbeit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen geschwächt, da die Lohnstückkosten gestiegen seien. Jedoch könne Deutschlands Exportwirtschaft derzeit vom schwachen Euro profitieren.
Die OECD empfiehlt den Industrieländern, gezielt ihre Staatsverschuldung abzubauen. „Außerdem müssen besser bindende Regeln gefunden werden, um ähnliche Krisensituationen in Zukunft zu verhindern“, sagte Konjunkturexperte Wurzel. |