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Der Autokonzern General Motors plant offenbar für 2010 einen milliardenschweren Börsengang, der in der amerikanischen Geschichte beispiellos wäre. Der US-Konzern möchte über die Börse zehn Milliarden Dollar einsammeln, berichtete das „Wall Street Journal“ – vielleicht sogar 20 Milliarden, munkeln Insider.
Der letzte große US-Börsengang war der des Kreditkartenanbieters Visa 2008 mit einem Volumen von 19,7 Milliarden Dollar. Bereits jetzt ringen mehrere Kreditinstitute darum, wer General Motors bei dem Gang begleitet und die Konsortialführung übernimmt. Die größten Chancen haben die amerikanischen Großbanken Morgan Stanley und JP Morgan, sagen Experten.
Das US-Finanzministerium hatte vergangene Woche erklärt, die Entscheidung über den Zeitpunkt des Börsengangs liege beim US-Konzern. Die Regierung werde sich das Entscheidungsrecht vorbehalten, in welchem Umfang sie sich an das IPO (Initial Public Offering) beteilige. Jedoch sei mit diesem Schritt nicht vor dem vierten Quartal 2010 zu rechnen. Insider sagen allerdings, der Autobauer plane, noch in diesem Jahr das Börsenparkett zu betreten.
Die US-Regierung hatte 2009 dem Autobauer mit Staatshilfen von etwa 50 Milliarden Dollar gerettet und 61 Prozent der Unternehmensanteile erworben. Die anderen Anteile liegen bei den Gewerkschaften, Kanada und den Altgesellschaftern, die wiederum dem Konzern gegenüber Zugeständnisse entgegen brachten. Das Ziel von General Motors ist, zurück an die Börse zu gehen und die investierten Finanzmittel zu erwerben.
General Motors konnte in den vergangenen Monaten mit Werkschließungen und Stellenabbau die Sanierung stark voranbringen. Der Autobauer konzentrierte sich auf die Kernmarken und trennte sich von Marken, die keinen Gewinn erzielten, zum Beispiel von Saab, Hummer und Saturn. So gelang es ihm, seine Verkäufe wieder zusteigern und Schulden abbauen. Die Geschäftsbilanzen sind so positiv ausgefallen, dass der Konzern sich zuversichtlich zeigt, im Gesamtjahr schwarze Zahlen zu schreiben.
Das IPO-Vorhaben sei ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Aaron Bergman, ein Analyst von IHS Global Insight. „Je schneller General Motors die Regierung los wird, umso besser.“ Der US-Konzern könnte eine Marktkapitalisierung von 80 Milliarden Dollar erreichen, schätzen Fachleute.
Derzeit ringt General Motors in Deutschland um Staatshilfen für das Tochterunternehmen Opel. Das Wirtschaftsministerium hatte Hilfen aus dem Deutschlandfonds wegen der positiven Geschäftszahlen des Mutterkonzerns abgelehnt. Jetzt erwägen die Länder mit Opel-Standorten, ihre Hilfen aufzustocken. |