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Die Banken und Sparkassen wollten sich eigentlich über Abhebegebühren für Geldautomaten einigen, doch die Gespräche sind ins Stocken geraten. Jetzt macht Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) Druck.
Kunden, die Geld von fremden Bankautomaten abheben, müssen wohl auch künftig kräftig dafür zahlen. Frühestens 2011 werden die Kreditinstitute eine Höchstgebühr von fünf Euro einführen, berichtet die Süddeutsche Zeitung und beruft sich dabei auf Finanzkreise.
Doch Bundesverbraucherministerin Ilse Aichner (CSU) reicht das noch nicht. „Wir brauchen ein angemessenes Preismodell“, fordert sie. Falls sich die Banken nicht einigten, werde die Regierung eine gesetzliche Reglung in Angriff nehmen, drohte die Ministerin. Auch Verbraucherschützer kritisieren die Pläne der Banken scharf. Eine Höchstgebühr von fünf Euro sei immer noch zu viel, so der Bankenexperte vom Bundesverband der Verbraucherzentralen, Frank-Christian Pauli. Er halte dagegen eine Gebühr von zwei Euro für angemessen.
Einige Banken berechnen fremden Kunden und Instituten bis zu zehn Euro, manche sogar mehr. Derzeit liegt die durchschnittliche Abhebegebühr bei 5,64 Euro, ermittelte der Frankfurter Finanzberater FMH. Verbraucherschützer bemängeln jedoch nicht nur die Höhe der Gebühren, sondern auch das intransparente System, nach dem die Institute den Vorgang untereinander verrechnen. Wie viel eine Bank für eine Abhebung berechnen durfte, war bis vor 13 Jahren klar geregelt.
Führer durfte das fremde Kreditinstitut der Hausbank des Kunden vier Deutsche Mark berechnen, bei höheren Summen ein Prozent des ausgezahlten Betrags. Die Hausbank konnte dann entscheiden, in welchem Umfang sie die Kosten an den Kunden weitergab.
Heute hat sich der Markt jedoch stark verändert: Direktbanken, die das Kundengeschäft übers Internet abwickeln, haben in der Regel keine eigenen Bankautomaten, da sie ihre Kunden ausschließlich übers Internet betreuen. Damit sind sie auf Geldautomaten anderer Institute angewiesen, insbesondere auf die der Sparkassen und der Volks- und Raiffeisenbanken – sie betreiben mit 25 700 und 18 000 Geräten die dichtesten Automatennetze. Die Institute legen gegenwärtig die Abhebegebühren für Hausbank und Fremdkunden nach eigenem Ermessen fest.
„Der Kunde erkennt beim Geldabheben nicht, wie viel er dafür zahlt“, kritisiert Aichner. Deshalb müsse zukünftig die Bank dem Kunden anzeigen, wie viel der Vorgang kostet. „Wir erwarten, dass es bis Jahresende umgesetzt wird, denn das lässt sich technisch schnell einrichten.“
Eine Umstellung des Gebührensystems ist bereits beschlossene Sache: In Zukunft werde ausschließlich der Automatenbetreiber eine Gebühr verlangen und auf Gebühren untereinander verzichten, laut Zentralem Kreditausschuss (ZKA). Allerdings seien die Verhandlungen zwischen privaten und öffentlichen Instituten ins Stocken geraten, auch weil das Bundeskartellamt derzeit die Gebührenpraxis untersucht. |