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Die Reichen in Deutschland sind reicher als vor der Finanzkrise. Die Zahl der Millionärshaushalte ist 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent gestiegen, heißt es in einer Studie des US-Unternehmensberaters Boston Consulting. Die anschwellende Zahl der Millionärshaushalte begründete das Unternehmen mit der Erholung der Finanzmärkte und steigenden Spareinlagen. Im vergangenen zählte Deutschland rund 430 000 Millionäre.
Die Zahl der Millionäre ist in Deutschland im globalen Vergleich überdurchschnittlich gewachsen. Im vergangenen Jahr ermittelte der amerikanische Unternehmensberater insgesamt 11,2 Millionen Millionärshaushalte, das sind 14 Prozent mehr als 2008. Auf sie entfallen 38 Prozent vom globalen Vermögen; zu diesem exklusiven Kreis gehören jedoch weltweit weniger als ein Prozent der Haushalte. Die meisten Millionäre leben derzeit in den Vereinigten Saaten. Deutschland steht auf dem fünften Platz hinter Japan, China und Großbritannien.
Das Privatvermögen erreicht wieder fast den Rekordstand von 2007 mit einem Gesamtkapital von 111,6 Billionen Dollar. Die Vermögenswerte stiegen 2009 auf 111,5 Billionen Dollar, das ist ein Wachstum von 11,5 Prozent.
Laut Boston Consulting bleibt Europa die reichste Region der Welt. Insgesamt entfiel mit 37,1 Billionen Dollar ein Drittel vom weltweit verwalteten Kapital auf Europa – damit übertrifft es sogar das Niveau vor der Finanzkrise. Am stärksten wuchs die Zahl der Millionärshaushalte jedoch in der Region Asien-Pazifik: Die Anlagen stiegen hier doppelt so stark als der Weltdurchschnitt. Der Geschäftsführer von Boston Consulting, Ludger Kübel-Sorger, prognostiziert, das Vermögen werde in den Schwellenländern auch weiterhin schneller zunehmen. Die höchste Dichte der Millionärshaushalte hat mit 11,4 Prozent der Stadtstaat Singapur, danach folgen mit 8,8 Prozent Hongkong und die Schweiz mit 8,4 Prozent.
Die Schweiz bleibt das wichtigste Land für Offshore-Vermögen, das sind Depots und Konten in Ländern, in denen der Kapitalanleger selbst keinen Wohnsitz angemeldet hat. Doch weltweit nimmt das Offshore-Vermögen leicht ab. Die steigende Transparenz werde eine Vielzahl Kunden veranlassen, ihre Anlagen abzuziehen, sagt Kübel-Sorger. Das betreffe insbesondere Anleger aus Europa und Nordamerika.
Allerdings bleibe das Kundenvertrauen in die Branche der Vermögensverwalter angeschlagen. Laut Bericht schnitten sie in den Ergebnissen schlechter ab als vor der Krise. Boston Consulting schätzt, dass die globalen Vermögenswerte bis 2014 im Schnitt jährlich um sechs Prozent zunehmen. Damit läge die Wachstumsrate über dem durchschnittlichen Wachstum der vergangenen fünf Jahre liegen. |