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Die Commerzbank scheint die Krise überwunden zu haben: Die teilverstaatlichte Bank verzeichnete im ersten Quartal einen Nettoüberschuss von 708 Millionen Euro. Damit hat sie die Erwartungen der Finanzexperten deutlich übertroffen. Finanzvorstand Eric Struz schließt jedoch Rückschläge weiterhin nicht aus.
Im Zeitraum von Januar bis März konnte das Geldinstitut einen Nettogewinn von 708 Millionen Euro erwirtschaften – im Vorjahreszeitraum stand die Bank noch mit 864 Millionen Euro in den roten Zahlen. Finanzanalysten schätzten das Plus für die ersten Monate 2010 etwa auf 473 Millionen Euro.
Der Gewinn des Unternehmens beruhe insbesondere auf die Handelserträge im Investmentbanking-Bereich und auf eine niedrigere Risikovorsorge, teilte die Commerzbank am Donnerstag, 6. Mai, in Frankfurt mit. Doch noch sei das Marktumfeld fragil, deshalb könne das Institut Rückschläge nicht ausschließen, warnte Finanzvorstand Eric Strutz. Ebenso ließe sich das gute Quartal nicht auf das gesamte Geschäftsjahr hochrechnen. Für 2010 werde der Konzern nur schwarze Zahlen sehen, wenn die Finanzmärkte und Konjunktur mitspielten, betonte er.
Vorstandschef Martin Blessing teilte mit, das Ergebnis sei ein Meilenstein auf dem Weg zur Profitabilität, jedoch sei die Commerzbank noch nicht am Ziel. Er rechne damit, dass die Kernbank wie geplant in diesem Jahr positiv abschließe und der Konzern spätestens 2011 wieder Gewinn erwirtschafte. Das Unternehmen werde dann voraussichtlich über viel Milliarden Euro erwirtschaften.
Die verhaltene Reaktion auf die Geschäftszahlen hat guten Grund: Gerade im Staatsanleihenbestand stecken fürs Unternehmen Risiken. Die Commerzbank hat in fünf schuldenbelasteten Euro-Ländern 26,5 Milliarden Euro in staatlichen Papieren angelegt, das ist etwa ein Fünftel des Bank-Portfolios. Allein in Griechenland investierte der Konzern 3,1 Milliarden Euro. Doch die Commerzbank rechnet im Quartalsbericht nicht mit Ausfällen.
Zu Jahresanfang war die Commerzbank noch gezwungen, das Portfolio strukturierter Kreditprodukte abzuschreiben und einen Verlust von 119 Millionen Euro verkraften. Die Risikovorsorge sank zum Vorjahr um ein Viertel und beträgt im Quartal 2010 etwa 644 Millionen Euro. Die Bank konnte sogar eine größere Zahl Rückstellungen auflösen als neu bilden.
Verluste verschrieb die Commerzbank weiterhin in den Sparten Schiffsfinanzierung und Immobiliengeschäft. Ein Plus erzielte der Konzern hingegen in dem Portfolio Restructuring Unit (PRU), das problematische Papiere bündelt. Im vergangenen Jahr brachte es noch einen Verlust von 1,4 Milliarden ein. |