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Die deutschen Banken sind offenbar bereit, sich an der Rettung des verschuldeten Griechenlands zu beteiligen. Beim gestrigen Treffen mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) versicherten führende Bankenvertreter, Athen und den Banken auch zukünftig Kredite zu gewähren. Währenddessen traten in Griechenland Tausende Beamte in einen landesweiten zweitägigen Streik.
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sagte im Anschluss des Spitzentreffen von Finanzwirtschaft und Bundesregierung in Berlin, die deutschen Banken seien weiterhin bereit, in griechische Staatsanleihen zu investieren. Auch wollten sie den zugesagten Rahmen für die Kredite aufrechterhalten und Anleihen der deutschen staatseigenen KfW-Bank kaufen.
Der Weltwährungsfonds, die Euro-Länder und die Europäische Zentralbank hatten am Wochenende vereinbart, Athens Sparpläne bis 2012 mit Krediten bis zu 110 Milliarden Euro zu unterstützen; die deutsche KfW-Förderbank übernimmt davon 23 Milliarden Euro. Um die Summe zu finanzieren, muss sie hierzu Wertpapiere auf dem Kapitalmarkt verkaufen. Mit dem Hilfspaket bräuchte Griechenland sich in den nächsten zwei Jahren kein Geld mehr von privaten Banken leihen.
Da die deutschen Banken nun ebenfalls Hilfe zugesagt haben, könnte das vereinbarte Paket nicht mehr im vollen Umfang notwendig sein. Die deutschen Banken engagieren sich für Griechenland allerdings nicht ohne Eigeninteresse; denn für sie entstehen keine weiteren Kosten. Das Gegenteil ist der Fall: Sie können hochverzinsliche Anleihen erwerben, deren Rückzahlung die Euro-Staaten garantieren.
Außerdem müssten sie ohne Hilfszusage und Aufrecherhaltung des zugesicherten Kreditrahmens auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.
Finanzminister Schäuble erklärte, er sei mit dem Ergebnis des Gesprächs sehr zufrieden. Es hätte gezeigt, dass Politik und Finanzwirtschaft sich ihrer Verantwortung für die Euro-Stabilität bewusst seien. Er bedankte sich beim Deutsche-Bank-Chef Ackermann und DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch ausdrücklich.
In Griechenland begannen derweil die Staatsbediensteten mit einem zweitägigen Streik gegen die Sparpläne Athens. Die Proteste legten weite Teile des öffentlichen Lebens lahm. So bleibt der Flugverkehr nach Griechenland voraussichtlich für 48-Stunden eingestellt. Auch Ärzte, Lehrer und Krankenschwestern legten ihre Arbeit nieder. Die Gewerkschaft GSEE hofft auf einen der größten Streiks historischen Ausmaßes. Die vergangenen Kundgebungen konnten allerdings nur wenige Menschen auf die Straße locken. |