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China will offenbar im Streit um den Yuan einlenken: Das Land hatte am Samstag angekündigt, seine Währung aufzuwerten und die Kopplung an den US-Dollar zu lösen. Am Montag blieb der Wechselkurs allerdings unverändert.
Für viel Aufsehen sorgte am Wochenende der Plan der chinesischen Regierung, den Wert des Yuan in Zukunft flexibler zu gestalten. Bislang bleibt die Ankündigung allerdings folgenlos: Der Wechselkurs vom Yuan blieb gegenüber dem Dollar am Montag unverändert. Er lag mit 6,8275 auf Niveau vom Freitag. Asiatische Währungshändler hatten erwartet, dass der Währungskurs vom Yuan ab Montag langsam steigen würde.
Die chinesische Zentralbank hatte erklärt, die vor zwei Jahren eingeführte Bindung vom Yuan an den US-Dollar aufheben zu wollen. Sie werde den Wechselkurs innerhalb einer Bandbreite von einem halben Prozentpunkt flexibel festlegen. Den Plänen nach soll der Wechselkurs sich künftig nach dem Wert verschiedener Währungen richten und nicht mehr allein nach dem des Dollars. Da der Yuan in Finanzkreisen schon lange als unterbewertet gilt, hatte die Ankündigung Hoffnung auf eine Aufwertung geweckt.
China könne nicht länger warten, unabhängiger von der Exportwirtschaft zu werden, berichtete die Zeitung „China Daily“ über die Beweggründe der Regierung. Jedoch werde eine größere Flexibilität der Währung die Lage der chinesischen Exporteure verschlechtern, da sie künftig mit einer schwächeren Nachfrage rechnen müssten sowie mit höheren Arbeitskosten.
Die chinesische Zentralbank betonte wohl auch deshalb, die Währung grundsätzlich stabil halten zu wollen und dämpfte die Erwartungen auf eine rasche Aufwertung. Die Reform des Wechselkurs-Regimes würde nicht unbedingt den Yuan gegenüber den Dollar verteuern, berichteten staatliche Medien, die sich auf die Volkswirte der Regierung beriefen. Die Volkszeitung nennt drei Vorteile, die die Reform bringe: Sie unterstütze die strukturelle Anpassung der Wirtschaft und fördere eine nachhaltige Entwicklung. Außerdem vereinfache das neue System die Finanzaufsicht und helfe damit, die Entstehung von Investitionsblasen. Die Zeitung sieht dazu neue politische Chancen auf dem internationalen Bankett.
Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union fordern bereits seit langem von der chinesischen Regierung, den Yuan aufzuwerten. Die USA werfen dem Land vor, es verbillige seine Exporte und verdränge ausländische Produkte aus dem Markt, indem es die Währung gezielt unterbewerte. Nach Ansicht der USA verschärft das Handelsungleichgewicht die globale Wirtschaftskrise und vernichtet Arbeitsplätze.
Die chinesische Zentralbank hat den Yuan seit Juli 2008 an den Dollar gebunden. Damit versuchte die Volksrepublik, die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise aufzufangen. |