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Die Zahl der Arbeitslosen sank im Mai auf 3,24 Millionen – das sind 165 000 weniger als im April, teilte die Bundesagentur für Arbeit Dienstag in Nürnberg mit. Damit sei die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent gefallen. Grund für die überraschend niedrige Arbeitslosigkeit seien die Frühjahrsbelebung und die anhaltende Kurzarbeit.
Derzeit ist der deutsche Arbeitsmarkt der stabilste im EU-Raum; in keinem anderen Mitgliedsstaat ging die Arbeitslosigkeit zurück. Die Statistik der EU weicht sogar noch von den Zahlen der Bundesagentur ab: Demnach sank die Arbeitslosenquote im ersten Quartal 2010 von 7,6 Prozent auf 7,1 Prozent – der Durchschnitt der Euro-Zone liegt zurzeit bei etwa zehn Prozent.
„Die Entwicklung zeigt eine merkliche Verbesserung bei den wichtigsten Indikatoren“, sagte Frank-Jürgen Weise, der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, am Dienstag in Nürnberg.
Die Arbeitslosenquote sei derzeit auf dem niedrigsten Stand seit Mai 1992 gefallen. Gründe dafür seien vor allem der saisonbedingte Frühjahrsaufschwung und die deutlich anziehende Konjunktur. „Dennoch ist die Wirtschaftskrise sichtbar“, warnte der Bundesagentur-Chef. So sei die Zahl der Vollzeitstellen deutlich zurückgegangen und die Zahl der Teilzeitjobs gestiegen. Nach Hochrechnung der Bundesagentur sank seit Frühjahr 2009 die Vollzeitarbeit um 140 000 Stellen. Obwohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im März mit 27,38 Millionen insgesamt über dem Wert des Vorjahres liegt, nahm die Teilzeitarbeit mit 190 000 Stellen deutlich zu.
Die Kurzarbeit wirke sich derzeit immer noch positiv auf die Arbeitsmarktzahlen aus, auch wenn sie derzeit zurückgehe. Laut Bundesagentur erhielten im März etwa 700 000 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld; im Mai 2009 seien es noch etwa 1,5 Millionen gewesen.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfte auf die Rückkehr zur Vollzeitarbeit zurückzuführen sein, vermutet BA-Chef Weise, sonst hätte sich die Arbeitslosenquote nicht so positiv entwickelt. Für 2010 rechnet die Bundesagentur mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von etwa 3,44 Millionen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnte vor einer Spaltung des Arbeitsmarkts. „Teilzeit und prekäre Arbeitsverhältnisse nehmen weiter zu“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Für eine moderne Wirtschaft sei das der falsche Weg. Jedoch lobte sie die funktionierende Sozialpartnerschaft in Deutschland. Kurzarbeit und flexible Arbeitszeitreglungen hätten drohende Entlassungen verhindert. |